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HBOT Long-Covid RCT 2025

HOT-LoCO: 10 HBOT-Sitzungen vs. Sham bei Long COVID — randomisierte Phase-II-Studie

Originaltitel: Ten sessions of hyperbaric oxygen versus sham treatment in patients with long covid (HOT-LoCO): a randomised, placebo-controlled, double-blind, phase II trial

Autoren

Kjellberg A, Hassler A, Boström E, El Gharbi S, Al-Ezerjawi S, Schening A, Fischer K, Kowalski JH, Rodriguez-Wallberg KA, Bruchfeld J, Ståhlberg M, Nygren-Bonnier M, Runold M, Lindholm P

Journal

BMJ Open

DOI

10.1136/bmjopen-2024-094386

Zusammenfassung

Doppelblinde RCT (n=80): 10 HBOT-Sitzungen (2,4 ATA) vs. Sham bei Long COVID. Kein signifikanter Unterschied in körperlicher Funktion oder körperlicher Gesundheit. Legt nahe, dass 10 Sitzungen unzureichend sein könnten.


HOT-LoCO: 10 HBOT-Sitzungen bei Long COVID — kein Effekt gegenüber Placebo

Hintergrund

Angesichts der wachsenden Zahl von Menschen mit anhaltenden Beschwerden nach COVID-19 (Long COVID) wurde HBOT als potenzieller Therapieansatz untersucht. Die schwedische HOT-LoCO-Studie ist eine der wenigen doppelblinden, placebokontrollierten RCTs zu diesem Thema und liefert methodisch hochwertige Evidenz — mit einem klar negativen Ergebnis für das gewählte Kurzprotokoll.

Studiendesign

  • Art: Randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Phase-II-Studie
  • Population: 80 Patienten mit Long COVID (40 HBOT, 40 Sham)
  • Intervention: 10 Sitzungen HBOT, 2,4 ATA, 100 % Sauerstoff
  • Kontrolle: Sham-Behandlung (gleiche Kammer, normaler Luftdruck)
  • Primäre Endpunkte: Körperliche Funktion (SF-36 Physical Functioning), körperliche Gesundheit
  • Publikation: BMJ Open 2025 Apr 14;15(4):e094386; PMC: PMC11997836

Zentrale Ergebnisse

Zwischen HBOT und Sham-Gruppe zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied bei körperlicher Funktion oder körperlicher Gesundheit. Sekundäre Endpunkte waren ebenfalls nicht signifikant unterschiedlich.

Klinische Bedeutung

Das negative Ergebnis dieser Studie ist in der Forschungsgemeinschaft kontrovers diskutiert worden — nicht weil es überraschend ist, sondern weil es die Frage nach der optimalen Therapiedauer aufwirft. Im Vergleich mit Studien, die 40 Sitzungen einsetzten (Efrati-Gruppe, Israel; Charité Berlin) und positive Signale zeigten, legt HOT-LoCO nahe, dass 10 Sitzungen möglicherweise nicht ausreichen, um bei Long COVID messbare Effekte zu erzielen. Die Frage, ob ein Dosis-Wirkungs-Verhältnis existiert und wo der therapeutische Schwellenwert liegt, bleibt offen.

Limitationen

  • Nur 10 Sitzungen — möglicherweise zu kurz für biologisch relevante Effekte
  • Unterschiedliche Protokolle in der Vergleichsliteratur erschweren direkte Schlüsse
  • Phase II — nicht primär auf Wirksamkeitsnachweis ausgelegt
  • Heterogene Long-COVID-Population ohne Stratifizierung nach Subtypen

Originalstudie lesen

Lesen Sie die vollständige wissenschaftliche Arbeit im Original auf der Journal-Website.

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