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HBOT Long-Covid Klinische Studie 2025

HBOT bei ME/CFS: Klinische Verbesserungen und Normalisierung thalamischer Konnektivität

Originaltitel: Hyperbaric oxygen therapy improves clinical symptoms and functional capacity and restores thalamic connectivity in ME/CFS

Autoren

Kim L, Camma G, Kedor Peters C, Mantwill M, Müller O, Lepretre N, Heindrich C, Rust R, Krill M, Hartung TJ, Reess L, Krohn S, von Heymann C, Wittke K, Finke C, Scheibenbogen C

Journal

medRxiv (Preprint)

DOI

10.1101/2025.10.29.25339096

Zusammenfassung

Preprint: 30 ME/CFS-Patienten, 40 HBOT-Sitzungen. Beobachtete Verbesserungen bei Funktionsfähigkeit, Fatigue, Schmerz und Kognition. MRT zeigte bei Respondern Normalisierung erhöhter thalamischer Konnektivität. Noch nicht peer-reviewed.


HBOT bei ME/CFS: Klinische Verbesserungen und Normalisierung thalamischer Konnektivität

Hintergrund

Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, für die bislang keine etablierten Therapien existieren. Bildgebungsstudien zeigen bei ME/CFS-Patienten veränderte Konnektivitätsmuster im Thalamus — einem zentralen Schaltknotenpunkt für Schlaf, Schmerz und kognitive Verarbeitung. Diese Studie untersuchte, ob hyperbare Sauerstofftherapie klinisch messbare Veränderungen und neurophysiologische Normalisierung bewirken kann.

Studiendesign

  • Art: Prospektive klinische Studie (Preprint, noch nicht peer-reviewed)
  • Population: 30 Patienten mit ME/CFS-Diagnose nach Kanadischen Konsensuskriterien
  • Intervention: 40 HBOT-Sitzungen (Protokoll nicht vollständig spezifiziert im Abstract)
  • Endpunkte: Körperliche Funktionsfähigkeit, Fatigue-Scores, Schmerzintensität, kognitive Leistung; MRT-basierte Analyse thalamischer Konnektivität vor und nach Behandlung

Zentrale Ergebnisse

  • Beobachtete Verbesserungen bei körperlicher Funktionsfähigkeit, Fatigue, Schmerz und kognitiver Leistung
  • In der MRT-Bildgebung zeigte sich bei Therapierespondern eine Normalisierung der zuvor erhöhten thalamischen Konnektivität
  • Non-Responder zeigten diese Konnektivitätsveränderungen nicht, was auf einen möglichen bildgebungsbasierten Biomarker für das Therapieansprechen hindeutet
  • Autoren sehen die Ergebnisse als Grundlage für größere kontrollierte Studien

Klinische Bedeutung

Die Studie ist aus der Charité Berlin, einer der renommiertesten ME/CFS-Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum (Scheibenbogen-Gruppe). Der Befund thalamischer Konnektivitätsveränderungen liefert einen neurobiologischen Ansatzpunkt, der über rein symptomatische Beobachtungen hinausgeht. Für Betroffene, die unter schwerer Fatigue, Schmerzen und kognitiven Einschränkungen leiden, sind diese Daten ein relevantes Forschungssignal — mit dem gebotenen Vorbehalt des Präprint-Status.

Limitationen

Wichtig: Dies ist ein Preprint, der noch nicht peer-reviewed wurde. Die Ergebnisse sind vorläufig und können sich im Laufe des Begutachtungsverfahrens verändern. Weitere Einschränkungen: kleine Stichprobengröße (n=30), kein randomisiertes Kontrolldesign, kein Sham-Arm. Kausalität zwischen HBOT und Konnektivitätsveränderungen kann nicht abschließend belegt werden.

Originalstudie lesen

Lesen Sie die vollständige wissenschaftliche Arbeit im Original auf der Journal-Website.

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