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Grundlagenforschung Long-Covid Review 2023

COVID-19-bedingte gastrointestinale autonome Dysfunktion: Systematisches Review

Originaltitel: COVID-19-induced gastrointestinal autonomic dysfunction: A systematic review

Autoren

Elbeltagi R, Al-Beltagi M, Saeed NK, Bediwy AS

Journal

World Journal of Clinical Cases

DOI

10.12998/wjcc.v11.i22.5252

Zusammenfassung

Systematisches Review (113 Studien): SARS-CoV-2 schädigt das autonome Nervensystem des GI-Trakts und verursacht Sodbrennen, Aufstoßen, Regurgitation, epigastrisches Brennen und Blähungen als Langzeitfolgen.


COVID-19-bedingte gastrointestinale autonome Dysfunktion

Hintergrund

Das autonome Nervensystem steuert wesentliche Funktionen des Verdauungstrakts — Magenentleerung, Darmperistaltik, Schließmuskeltonus. SARS-CoV-2 ist neurotroph und kann das enterische und autonome Nervensystem direkt schädigen. Dieses Review untersucht systematisch, welche GI-Symptome aus dieser autonomen Dysfunktion resultieren.

Studiendesign

  • Art: Systematisches Review
  • Population: 113 Studien aus dem Zeitraum Januar 2000 bis April 2023 zu COVID-19 und gastrointestinaler autonomer Dysfunktion
  • Endpunkte: Symptomspektrum, Mechanismen, Diagnostik, Behandlungsstrategien

Zentrale Ergebnisse

Erfasste Symptome durch autonome GI-Dysfunktion nach COVID-19:

  • Sodbrennen und saurer Reflux
  • Aufstoßen und Regurgitation
  • Epigastrisches Brennen
  • Blähungen und abdominale Distension
  • Übelkeit und verzögerte Magenentleerung (Gastroparese)

Mechanistisch werden beschrieben: Schädigung des Nervus vagus, Dysregulation des enterischen Nervensystems, Beeinträchtigung der Darmmotilität durch neuroinflammatorische Prozesse. Das Review diskutiert auch Überschneidungen mit dem posturalen Tachykardiesyndrom (POTS) als Ausdruck systemischer autonomer Dysfunktion.

Klinische Bedeutung

Das autonome Nervensystem als Verbindungsglied zwischen Long-COVID und GI-Symptomen erklärt, warum Betroffene Beschwerden berichten, ohne dass strukturelle Veränderungen in der Endoskopie sichtbar sind. Funktionelle Beschwerden wie Reflux und Dyspepsie können somit neurogenem Ursprungs sein.

Limitationen

Als Review basiert die Arbeit auf der Qualität der eingeschlossenen Primärstudien. Standardisierte diagnostische Kriterien für gastrointestinale autonome Dysfunktion fehlen weitgehend. Kausalbeziehungen zwischen SARS-CoV-2 und spezifischen autonomen Defiziten sind schwer zu belegen.

Originalstudie lesen

Lesen Sie die vollständige wissenschaftliche Arbeit im Original auf der Journal-Website.

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