HBOT bei Fazialisparese in Kombination mit Standardtherapie: Fallserie
Originaltitel: Hyperbaric oxygen therapy in the management of Bell palsy: A case series
Singh A, Mishra S, Kumar A, Singh R, Gupta V
Journal of Family Medicine and Primary Care
10.4103/jfmpc.jfmpc_1408_24
Zusammenfassung
Fallserie (n=7): HBOT (2,4 ATA, 90 min, 10–20 Sitzungen) kombiniert mit Prednisolon und antiviraler Therapie bei idiopathischer Fazialisparese. Alle 7 Patienten zeigten Verbesserung auf der House-Brackmann-Skala.
HBOT bei Fazialisparese — kombinierter Behandlungsansatz
Hintergrund
Die idiopathische Fazialisparese (Bell’s Palsy) spricht auf Kortikosteroidtherapie nicht bei allen Patienten vollständig an. Ein Teil der Betroffenen behält Restdefizite. Diese Fallserie untersuchte, ob HBOT als ergänzende Behandlung zur Standardtherapie (Kortikosteroide, Antivirale) die Erholung der Nervenfunktion verbessern kann.
Studiendesign
- Art: Fallserie (retrospektiv)
- Population: 7 Patienten mit idiopathischer Fazialisparese
- Intervention: HBOT 2,4 ATA, 100 % Sauerstoff, 90 Minuten pro Sitzung, 10–20 Sitzungen — zusätzlich zu Prednisolon und antiviraler Therapie
- Endpunkt: House-Brackmann-Skala (Grad I = normal, Grad VI = totale Lähmung), bewertet vor und nach Behandlung
- Publikation: Journal of Family Medicine and Primary Care 14(4):1561–1565; PMC: PMC12088541
Zentrale Ergebnisse
Alle 7 Patienten zeigten eine Verbesserung auf der House-Brackmann-Skala nach Abschluss der kombinierten Behandlung. Keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse wurden berichtet.
Klinische Bedeutung
Die Ergebnisse liefern einen Hinweis, dass HBOT als Ergänzung zur Standardtherapie bei Fazialisparese verträglich ist und klinisch relevante Verbesserungen der Nervenfunktion begleiten kann. Das Ergebnis ist konsistent mit der älteren kontrollierten Studie von Racic et al. (1997), die einen ähnlichen Behandlungsansatz untersuchte.
Limitationen
- Fallserie ohne Kontrollgruppe — kein Kausalitätsnachweis möglich
- Kleine Fallzahl (n=7)
- Heterogenes Protokoll (10–20 Sitzungen je nach Patient)
- Kein Verblindungsdesign; Placebo-Effekt nicht ausgeschlossen
- Langzeit-Follow-up nicht berichtet
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