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Grundlagenforschung Post-Covid Kohortenstudie 2023

Gelenkschmerzen und Osteonekrose nach Kortisontherapie bei COVID-19: Prospektive Kohortenstudie

Originaltitel: The painful joint after COVID-19 treatment: A study on joint osteonecrosis following COVID-19-related corticosteroid use

Autoren

Veizi E, Erdoğan Y, Sezgin BS, Karaman Y, Kılıçarslan K, Fırat A

Journal

Joint Diseases and Related Surgery

DOI

10.52312/jdrs.2023.895

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=472 COVID-19-Patienten, davon 236 mit Kortisontherapie): Nach 2 Jahren berichteten 11,9 % der Kortison-Gruppe über anhaltende Gelenkschmerzen gegenüber 5,1 % ohne Kortison; 8 Patienten der Kortison-Gruppe entwickelten eine Osteonekrose.


Gelenkschmerzen und Osteonekrose nach Kortisontherapie bei COVID-19

Hintergrund

Hochdosierte Kortikosteroide sind bereits vor der COVID-19-Pandemie als Risikofaktor für aseptische Osteonekrose bekannt gewesen, unter anderem nach der SARS-Epidemie 2003. Da Kortikosteroide während der COVID-19-Pandemie in großem Umfang zur Behandlung schwerer Verläufe eingesetzt wurden, untersuchte diese Studie, ob und wie häufig sich daraus zwei Jahre später Gelenkbeschwerden und Osteonekrosen entwickelten.

Studiendesign

  • Art: Prospektive Kohortenstudie
  • Population: 472 COVID-19-Patienten (März–Juni 2020), chronologisch in zwei Gruppen eingeteilt: 236 ohne Kortisontherapie (Gruppe 1), 236 mit Kortisontherapie (Gruppe 2); Nachbeobachtung über 2 Jahre
  • Intervention: Kortisontherapie im Rahmen der akuten COVID-19-Behandlung (Gruppe 2)
  • Kontrolle: Keine Kortisontherapie (Gruppe 1)
  • Endpunkte: Gelenkschmerz (klinisch), radiologisch/MRT-gesicherte Osteonekrose nach 2 Jahren

Zentrale Ergebnisse

  • Nach 2 Jahren berichteten 11,9 % der Kortison-Gruppe über mindestens ein schmerzhaftes Gelenk, gegenüber 5,1 % in der Gruppe ohne Kortison
  • 8 der 236 Patienten aus der Kortison-Gruppe (3,4 %) entwickelten eine Osteonekrose
  • Die Kortison-Gruppe hatte eine signifikant längere Hospitalisierungsdauer
  • Kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Behandlungsdauer, kumulativer Dosis bzw. maximaler Tagesdosis und dem Auftreten einer Osteonekrose

Klinische Bedeutung

Die Studie liefert prospektive Daten zu einem Nebenwirkungsrisiko der COVID-19-Standardbehandlung mit Kortikosteroiden. Für die Einordnung auf dieser Website ist sie als Hintergrundinformation relevant: Anhaltende Gelenkschmerzen nach COVID-19 und Kortisontherapie können auf eine beginnende Osteonekrose hinweisen, für die HBOT als ergänzende Behandlungsoption in Betracht gezogen werden kann. Kortikosteroide selbst sind keine am Sauerstoffzentrum Nordost angewendete Therapie.

Limitationen

  • Keine Randomisierung — Gruppenzuteilung erfolgte chronologisch nach Aufnahmezeitpunkt, nicht randomisiert
  • Eingeschränkte Altersspanne — nur Patienten zwischen 18 und 60 Jahren
  • Dosis-Wirkungs-Beziehung unklar — kein klarer Zusammenhang zwischen Kortisondosis/-dauer und Osteonekrose-Risiko nachweisbar
  • Einzelzentrum-Design — Übertragbarkeit auf andere Kollektive nicht gesichert

Originalstudie lesen

Lesen Sie die vollständige wissenschaftliche Arbeit im Original auf der Journal-Website.

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