Effekte von Musik bei Sport und Bewegung: eine Metaanalyse
Originaltitel: Effects of music in exercise and sport: A meta-analytic review
Terry PC, Karageorghis CI, Curran ML, Martin OV, Parsons-Smith RL
Psychological Bulletin
10.1037/bul0000216
Zusammenfassung
Multilevel-Metaanalyse über 139 Studien mit 598 Effektstärken und 3599 Teilnehmenden untersuchte Effekte von Musik beim Sport und bei körperlicher Bewegung. Musik zeigte signifikante Zusammenhänge mit positiverem Affekt, geringerer wahrgenommener Anstrengung und leicht besserer physischer Leistung, jedoch keinen signifikanten Effekt auf die Herzfrequenz.
Musik bei Sport und Bewegung: Metaanalyse
Hintergrund
Musik wird im Breiten- und Leistungssport häufig eingesetzt, um Motivation, Wohlbefinden und Leistung während körperlicher Aktivität zu beeinflussen. Die Einzelstudienlage dazu war jedoch uneinheitlich in Bezug auf Effektgröße und betroffene Parameter. Diese Metaanalyse fasste die vorhandene Forschung systematisch zusammen.
Studiendesign
- Art: Multilevel-Metaanalyse
- Population: 139 eingeschlossene Studien mit insgesamt 3.599 Teilnehmenden
- Intervention: Musikeinsatz während Sport- und Bewegungsaktivitäten (verschiedene Settings, Tempi und Musikarten)
- Kontrolle: Vergleich mit Bedingungen ohne Musik innerhalb der eingeschlossenen Primärstudien
- Endpunkte: 598 Effektstärken zu affektiven, physiologischen, psychophysischen Reaktionen und Leistungskennzahlen
Zentrale Ergebnisse
Musik zeigte statistisch signifikante, überwiegend kleine bis moderate positive Effekte: auf die affektive Valenz (g = 0,48), die körperliche Leistung (g = 0,31), die wahrgenommene Anstrengung (g = 0,22) sowie den Sauerstoffverbrauch (g = 0,15). Kein signifikanter Effekt zeigte sich hingegen bei der Herzfrequenz (g = 0,07). Leistungsverbesserungen fielen im Trainingskontext stärker aus als im Wettkampfsport, und schnellere Musiktempi zeigten günstigere Effekte als langsame bis mittlere Tempi.
Klinische Bedeutung
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Musik beim Sport und bei körperlicher Aktivität das subjektive Erleben (Stimmung, wahrgenommene Anstrengung) günstig beeinflussen kann und mit leicht besserer Leistung einhergeht. Für den Bereich Bewegung und Rehabilitation liefert dies eine Grundlage, Musik als begleitendes, unterstützendes Element in Betracht zu ziehen — ohne dass daraus ein Heilungs- oder Therapieversprechen abzuleiten wäre.
Limitationen
- Heterogenität der Primärstudien — unterschiedliche Musikarten, Sportarten, Populationen und Studienqualität
- Kleine bis moderate Effektgrößen — praktische Relevanz einzelner Effekte im Alltag begrenzt einzuordnen
- Kein Effekt auf Herzfrequenz — nicht alle physiologischen Parameter zeigten Verbesserungen
- Kein Gerätebezug — diese Metaanalyse untersucht Musik im Sport- und Bewegungskontext allgemein, keine Studie zu einem spezifischen kommerziellen Wellness- oder Vibrationsgerät. Es lässt sich daraus keine gerätespezifische Wirksamkeitsaussage ableiten.
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